Interkulturelle Transdisziplinarität für die öffentliche Gesundheit in Lateinamerika
Trotz Bemühungen in der Vergangenheit ist die Gesundheitsversorgung der indigenen Bevölkerung Lateinamerikas nach wie vor prekär. Dies zeigt sich u.a. in ihrer höheren Krankheitswahrscheinlichkeit und Sterberate verglichen mit der übrigen Bevölkerung. Die zugrundeliegenden Ursachen sind vielschichtig. Eine mangelnde Zusammenarbeit von parallel praktizierten Gesundheitssystemen, nämlich einer westlich-geprägten Schulmedizin und einer auf traditionellem Wissen basierenden Heiler-Medizin, kann aber als wichtiges Hindernis auf dem Weg zu einer verbesserten Versorgung angesehen werden.
In unserem Projekt, welches sich modellhaft auf Peru und Guatemala konzentriert, möchten wir deshalb die Voraussetzungen für eine umfassende interkulturelle Lernplattform für die Konzepte der traditionellen indigenen Medizin und der Schulmedizin schaffen. In einem ersten Projektschwerpunkt werden dafür erstmals die Grundlagen indigener Medizin zu Gesundheit, Krankheit und Therapie unter medizinischen und sozialwissenschaftlichen Gesichtspunkten umfassend untersucht und dokumentiert. Einen weiteren Projektschwerpunkt bilden dann Patienten-zentrierte Ansätze, bei welchen schulmedizinisches Personal und traditionelle Heilerinnen und Heiler gemeinsame ärztliche Kollaboration aufbauen. Begleitend werden Workshops für die beteiligten Interessensgruppen durchgeführt, welche den Rahmen für Erfahrungsaustausch und interdisziplinäre Kommunikation bilden und dem Aufbau zukünftiger integrativer Konzepte dienen sollen.
In Übereinstimmung mit Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung erhoffen wir uns mit unserem Projekt, lokale Traditionen in nachhaltiger Weise zu stärken, soziale Ungerechtigkeiten zu vermindern, das Recht auf Gesundheit und Bildung zu stärken und damit insgesamt die Etablierung friedlicher und integrativer Gesellschaften voranzutreiben.
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